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Text For The Month / Monatsspruch

Christmas card 2015 and text for the year 2016
Weihnachtskarte 2015 und Jahreslosung 2016

 

Jauchzet, frohlocket!

Die Prophetenworte im Buch Jesaja waren für die Autoren des Neuen Testaments, wie für die jungen Christengemeinden ganz offensichtlich von größter Bedeutung; und dies gilt auch heute noch. Dem großen Trostbuch in Jesaja, Kapitel 40-55, ist unter anderem der Begriff “Evangelium” entnommen. Auf diese Heilsbotschaft geht die gesamte Verkündigung von und über Jesus Christus zurück. “Das Neue Testament liegt im Alten verborgen, das Alte wird im Neuen offenbart” (Augustinus). Und Luther sagt uns, dass das Alte Testament Christus genauso tief verkündigt wie das Neue.

Die Verkündigung des zweiten Jesaja, seine große Freude im unerschütterlichen Glauben an Gottes Erlösungswerk, hat bleibende Lebenskraft. Er schreibt seine Lieder “mit dem Stift des Heiligen Geistes” (nach Francis Bacon). Sie sind aus den Lesungen im Kirchenjahr, besonders im Advent und von Weihnachten bis Epiphanias nicht wegzudenken. So ist auch der Monatsspruch im Weihnachtsmonat 2015, in seiner eindrucksvollen, poetischen Sprache, eine treffliche Wahl:

Jauchzet, ihr Himmel; freue dich Erde! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen! Denn der Herr hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden. Jesaja 49,13

Unsere Reaktion auf dieses Lied soll Singen im gleichen Sinne sein. Musik, Singen und Tanzen sind Ausdruck unserer Lebensfreude, soweit man in der Geschichte der Menschheit zurückzugehen vermag. Von Israel erfährt man dies in den Psalmen, wie auch in den überlieferten Festlichkeiten zum Lob Gottes.

Und schauen wir zu dieser Weihnachtszeit wieder in den reichen, unübertroffenen Schatz der traditionellen Kirchenlieder und geistlichen Volkslieder, allein im deutschsprachigen Kulturraum, so finden wir in jedem Lied eine Antwort auf das zitierte Jesaja Lied.

“Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket ihr Engel, in Chören, singet dem Herren, dem Heiland der Menschen zu Ehren! Sehet doch da: Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren” (Tersteegen, EG 41).

“Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch Jesus Christ im Himmel und auf Erden ist” (Gellert, EG 42).

Und nehmen wir den Chor aus J.S. Bachs Weihnachtsoratorium hinzu: “Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage, rühmet was heute der Höchste getan! Lasset das Zagen, verbannet die Klage, stimmet voll Jauchzen und Fröhlichkeit an!

Dienet dem Höchsten mit herrlichen Chören, lasst uns den Namen des Herrschers verehren!”

Niemand sollte sich wundern, dass man auf alttestamentliche Propheten-Lieder am besten eben mit Liedern antwortet. Sie sind es, die den Ausdruck der Freude am Fest lebendig machen. Und etwas Toleranz für die säkularen Elemente in den Volksliedern gehört auch dazu, solange sie nicht in Oberflächlichkeit dominieren.

Die vielen sprachlichen Sinnbilder in der Bibel und in den geistlichen Liedern sind allemal des Nachdenkens wert. Etwas anderes sind rein visuelle Darstellungen, so prominent in unserem täglichen Konsum. Bilder haben hier, in diesem Zusammenhang, deutliche Grenzen; die Möglichkeiten sind in ihrer Passivität unvergleichlich gering. Mein Versuch, etwas in diesem Medium darzustellen, ist wohl am besten in seiner Gesamtheit als ein Symbol zu sehen. Vielleicht kommt das Bild dem Deckblatt-Entwurf für ein Buch mit Weihnachtsliedern am nächsten.

Die dafür gewählten Musikinstrumente: Zimbel, Flöte, Harfe, Trompete, Laute und Tamburin sind, in ihrer oft unklaren Beschreibungen, der Bibel entnommen.

Verbleibt noch die Erklärung des Wortes “Alleluia”. Diese lateinische Form für Halleluja ist eine begründete Wahl; ein Versuch der Abgrenzung. Schon im 19. Jahrhundert schrieb der geachtete Prediger Charles Spurgeon: “Halleluja! Lobe den Herren! Es ist traurig, wie sehr dieses herrliche Wort entwertet worden ist.” Der gedankenlose Gebrauch in der profanen Umgangssprache, gleich wie “mein Gott” und “Gott sei Dank”, ist in unserer Gesellschaft, die Christen oft einbezogen, eine Respektlosigkeit, die als ernstes Thema hier nur angedeutet werden kann.

So soll auch zu diesem Weihnachtsfest das “Alleluia” unbelastet erklingen: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt.

 

 

Text for the year 2016

As a mother comforts her child, so will I comfort you. Isaiah 66.13

This verse connects directly to my exposition in German to the December text: Shout for joy, O heavens; rejoice, O earth; burst into song, O mountains! For the Lord comforts his people and will have compassion on the afflicted ones. Isaiah 49.13

Here we have the exultant praise to God for what he has done for his people in his eternal grace. Isaiah is one of the great poets, who wielded “the pencil of the Holy Ghost” (Francis Bacon). The prophet’s message in all his writing has lasting importance. It was recognised and is reflected in many ways by the writers of the Gospels. It gave guidance to the early Christian Church, and remains so to this day.

The image of God as a mother, who comforts her child is unique in the Bible. The English writer and lay theologian G.K. Chesterton calls it “the furious love of God”.

Here now a few lines from a modern novel I just read: “She felt the weight of the baby as it was placed on her chest and she looked down at it – this tiny, perfect being. She had never really believed in love at first sight but in that first moment she saw her baby she loved it more than she had loved anything in her life. She would die for it right now if she had to.” (The Tower by Simon Toyne).

May this quote from a secular source serve as a link between all that has been considered before and God’s gift expressed in the Bible text for January 2016:

God did not give us a spirit of timidity, but a spirit of power, of love and of self-discipline. 2. Timothy 1.7

Bernd Hildebrandt

 

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