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Text For The Month / Monatsspruch

October 2019

Wie es dir möglich ist: Aus dem Vollen schöpfend – gib davon Almosen! Wenn dir wenig möglich ist, fürchte dich nicht, aus dem Wenigen Almosen zu geben! Tobias 4,8

Das Buch Tobias ist auch unter dem Namen Tobit bekannt. Es gehört zu den sogenannten Apokryphen, den „verborgene Schriften“ zwischen Altem und Neuem Testament. In der Reformation hat Martin Luther die Schriften, die nicht im hebräischen Alten Testament, aber in dessen griechischen Übersetzung standen, als weniger original, aber „nützlich und gut zu lesen“ angesehen.

Das Buch Tobias entstand um 200 v.Chr. Es erzählt von einer nach Assyrien deportierten jüdischen Familie in der Zeit nach dem Ende des Nordreiches Israel (722 v.Chr.). Deren Vater Tobias (Tobit) verliert, da er an den jüdischen Geboten auch im Ausland festhält, seinen ganzen Besitz und erblindet später. Eine zweite Geschichte handelt von Sara. Die junge Frau ist von einem Dämon besessen, der jeden Bräutigam noch in der Hochzeitsnacht tötet. Die Schicksale von Tobias und Sara werden im Laufe der Erzählung verwoben; schließlich werden ihre Geschicke mit Hilfe des Engels Rafael zum Guten gewendet. Zuletzt heiratet Sara Tobias, den Sohn des gleichnamigen Familienvaters.
Wie im Buch Hiob werden hier Erzählmotive aus der persischen Mythologie mit jüdischer Gesetzesfrömmigkeit verknüpft. Gesetzestreu werden vor allem die Hauptpersonen des Buches charakterisiert: Verständnisvoll, gerecht, aufrichtig und couragiert ist der Idealtypus des Juden, der es vermag, auch in der gottlosen Fremde dem Schicksal zu trotzen.

(Aus die-bibel.de)

Der erste Teil unseres Verses ist leicht verdaulich: Wie es dir möglich ist: Aus dem Vollen schöpfend – gib davon Almosen!

Wenn ich viel habe, tut es nicht weh. Kein Problem, mache ich gerne.

Aber der zweite Teil ist schon schwieriger: Wenn dir wenig möglich ist, fürchte dich nicht, aus dem Wenigen Almosen zu geben!

Keine Ausreden! „Ich bin knapp bei Kasse, habe Schulden – da brauche ich jeden Penny.“ Tobias lässt das nicht gelten. Er sagt „Fürchte dich nicht“. Das klingt viel besser als „Sei nicht knauserig“. Es klingt fast ein wenig so, als ob du es selbst ja auch willst, und nur die Angst vor wirklicher Not dich zurückhält. Diese Angst kann ja berechtigt sein. Das weiß auch Tobias, der hier zu seinem Sohn spricht. Er sagt nicht „Gib Alles!“ Er sagt „Wenn dir wenig möglich ist“. Es ist also möglich, so wenig es auch sein mag. „Fürchte dich nicht“ – Angst lähmt. Lass dich von der Angst befreien, gib nach deinen Möglichkeiten. Geben ist seliger als nehmen. Es tut gut, Gutes zu tun. Die meisten Menschen können sich einen kleinen Luxus in Form einer Spende für einen guten Zweck leisten. Das ist nicht nur für den Empfänger gut, sondern auch für den Geber und sein seelisches Gleichgewicht.

Daran können wir in aller Bescheidenheit auch denken, wenn jemand uns etwas schenken möchte. „Das tut doch nicht nötig!“ Für mich, den Empfänger, vielleicht nicht. Aber gelegentlich ist es ganz gut für den Geber. „Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“ – aber nur, wenn sie auch angenommen werden.

Es geht in beide Richtungen: Gib, wie du kannst, dem der es nötig hat. Und gib anderen auch die Chance, dir etwas zu geben. Beides ist nicht immer einfach, aber es lässt sich üben. Ich wünsche dabei viel Freude!

 

November 2019

I know that my redeemer lives. Job 19.25

The moment I read this verse I had Handel’s aria from the Messiah in my inner ear. I love this piece of beautiful music. The melody is soaring upwards and the text proclaims hope:

I know that my Redeemer liveth

And that He shall stand

At the latter day

Upon the earth

And though worms destroy this body

Yet in my flesh shall I see God

For now is Christ risen

From the dead

The first fruits of them that sleep

I have to admit, that Handel’s lyrics take some liberties. Only the first six lines are from the Old Testament prophet Job. The last three point to Christ as the fulfilment of this prophecy. With Handel we can look back on Job’s lines from a Christian point of view. We know not only that the redeemer lives, we also know his name as Jesus of Nazareth, the Christ. So these words from 1 Corinthians 15.20 make perfect sense to Christians.

What did Job say in his time? The book tells the story of the God fearing man Job who loses wealth, children and health. Despite all that he holds onto his faith and struggles with the unfairness of his fate. His three friends want to comfort him, but soon start defending God by insisting that Job must have committed a grave sin to have brought this upon himself. Job protests his innocence. And here he insists that he knows his Redeemer, the next of kin who has the duty to buy him out of debt or slavery. His health had already gone, worms were already infesting him, but he still held onto hope that God will show himself merciful to him, that God himself would be his redeemer in the end. A turn-around just before death’s door or a resurrection from the grave – both can be interpreted. The end of the book of Job looks like the former version, the latter makes sense after Easter.

In any case: sometimes in our lives God may seem as if he didn’t care. “How have I deserved this calamity?” Job shows us that God doesn’t pay like for like and punish us with a vengeance. Suffering is not punishment for sin. But he also doesn’t reward us with easy life for being good. We can’t force him to make life the way we want it, neither by being good nor bad. Joy and suffering are parts of life. In Christ God himself has chosen to bear suffering, to receive injury and injustice in acceptance and go to the cross out of love for his tormentors. Can I follow that example? Even with faith in the resurrection it’s not easy. So help me God!

Udo Bauer

 

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