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Text For The Month / Monatsspruch

April 2020

The body that is sown is perishable, it is raised imperishable.
1. Corinthians 15.42

As this is the Easter month, it would be reasonable to relate the text to the risen Christ, and to repeat, what I have explained many times over the years, i.e. how the risen Christ gave peace and faith to the demoralised disciples and made them to Apostles, into unshakable witnesses of their master’s life, death and resurrection.

But what the Apostle Paul writes to the early Christians in Corinth refers in detail to what we now have in the Apostle’s Creed. The meaning of a body “raised imperishable” brings us to the last lines of the Creed: “The resurrection of the body and the life everlasting”. In past ages, one believed to know pretty well what the afterlife was like, and the old books contain often precise descriptions. And although the understand- ing of the world has changed fundamentally, there is even today endless speculation about life after death. You can read many- sided, very lengthy essays that say nothing, really nothing helpful. I took the time to test this to the best of my ability and came to the same conclusion as an eminent scholar, who in old age brushed aside all books that dealt with death and the afterlife and said: “Nothing is known about it. Ignorant and blind I will have to take the last step”. Where the limits of the temporal world are reached, we are truly speechless.

“Eternity is a form of being that has been increased to the immeasurable”*. Hermann Bezzel, who is quoted here, started a year before his death in 1917 a sermon on “Eternal life”, based on Paul’s second letter to the Corinthians as follows: “With the two last words in the third part of the Creed (life everlasting) we have entered the realm over which the experience can say nothing, and the faith can say very little. Those who have experienced the realm of which we are now talking, can no longer say what they have experienced, and who could say it, have not experienced it yet. We walk in the faith, those in the know. But those in the know can not communicate with us, and we can not address our questions to them ... Those needless and useless questions were answered by our Saviour simply and dismissively”* (in the parable of ‘The Rich Man and Lazarus’, Luke 16. 19-31).

This is not an uplifting exposition, but I deem it an honest one in this overconfident world, that is in need of faith in the omni- potence of God. Weeks after I wrote this, I heard in a TV play a heated argument, ending with the outcry “God almighty!”. And I thought, yes, that’s it. Do not just say it mindlessly, believe it!

*Translated from German by B. Hildebrandt

 

Mai 2020

Dient einander als Verwalter der viel- fältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat. 1. Petrus 4,10

Wohl zu allen Zeiten hat der Druck der Umwelt es viel zu oft verhindert, dass Menschen ihre von Gott empfangenen Gaben richtig einsetzen können, ihnen zur Freude und anderen zum Wohl. Gerade junge Menschen sollten dankbar begrüßen, wenn sie ihren Gaben entsprechend ins Leben eintreten können. Welche Vielfalt dies beinhaltet, brauche ich nicht aufzuzählen.

Hier aber nun, in kurzer Buchbesprechung, die Geschichte eines Hirten, der fern von jedem Kontakt mit Menschen ein Leben in der Einsamkeit wählte und damit vorder- gründig dem Auftrag des Monatsspruches zu widersprechen scheint.

In Der Mann mit den Bäumen erzählt Jean Giono von seiner Begegnung als junger Wanderer mit einem Hirten, der sich nach dem Tod von Frau und Sohn mit seinen etwa fünfzig Schafen und einem Hund in die Einöde des Alpenhochlandes zurückgezogen hatte, das sich in Richtung Provence senkte. Der Wanderer hatte 1910 in dieser “Unvergleichlichen Wüstenei” vergeblich nach Wasser gesucht. Aus kleinen Dörfern war alles Leben gewichen, die Häuser von Wind und Wetter zerstört. Quellen und Brunnen waren vertrocknet, die Natur schon längst von Menschenhand zerstört. Hier traf er einen Hirten in seiner Hütte, der ihm Wasser aus einer sehr tiefen Zisterne gab. Giono blieb über Nacht bei ihm. “Dieser Mann sprach wenig. Das ist eben so bei einsamen Menschen ... Er holte einen kleinen Sack und schüttete einen Haufen Eicheln auf den Tisch, die er genau untersuchte und die guten von den schlechten ausschied ... Er zählte die guten Eicheln in Gruppen von zehn. Als er endlich hundert vollkommene Eicheln vor sich hatte, hörte er auf, und wir gingen schlafen. Dieser Mann verbreitete Frieden um sich. Am andern Morgen fragte ich ihn, ob ich noch den ganzen Tag bei ihm ausruhen dürfe. Er fand das ganz natürlich ... Er lud mich ein, ihn zu begleiten ... Als er angekommen war da, wo er hin wollte, begann er seinen Eisenstab in die Erde zu stoßen. So machte er ein Loch und legte eine Eichel hinein. Dann machte er es wieder zu. Er setzte so hundert Eicheln mit größter Sorgfalt. Seit drei Jahren pflanzte er Bäume in dieser Einsamkeit ...” Von 100.000 hatte ein Fünftel getrieben, von denen dann 10.000 wuchsen, wo es vorher nichts gegeben hatte. Er hatte sich überlegt, dass diese Gegend absterben werde aus Mangel an Bäumen und hatte beschlossen, hier Abhilfe zu schaffen. Der Hirte war 55 Jahre alt und sagte “sehr schlicht, wenn Gott ihm das Leben gebe, dann werde er so viele gepflanzt haben, dass diese 10.000 wie ein Tropfen im Meer sein werden. Er studierte bereits die Aufzucht von Buchen ... Am nächsten Tag trennten wir uns.”

Nach dem 1. Weltkrieg besuchte Giono diese Einöde wieder und fand auch den Hirten, der unbeirrbar weiter gepflanzt hatte.

“Die Eichen von 1910 waren also zehn Jahre alt und höher als ich und er. Dies Schauspiel war beeindruckend. Ich war buchstäblich sprachlos... Überall, wo er richtig Feuchtig- keit unter der Oberfläche vermutete, hatte er Birken gepflanzt. Er verfolgte hartnäckig seiner Aufgabe.” Der Besucher sah in den Dörfern Wasser die Bachbetten durchfließen, die seit Menschengedenken immer trocken gewesen waren. “Die großartigste Ketten- reaktion, die ich je gesehen habe. Mit dem Wasser entstanden auch wieder Weiden, Wiesen, Gärten, Blumen und ein gewisser Sinn des Lebens.” Was dieser Mensch selbstlos geschaffen hatte, wurde allgemein als eine Laune der Natur angesehen. Aber wer weiß, ob nicht Gott selbst ihn dazu gedrängt hatte!

Das war nur der Anfang der Geschichte; es lohnt sich, sie zu lesen! Hier ist ein Streiter Gottes mit Beständigkeit, Seelengröße, Eifer und Selbstlosigkeit, eben ein Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes.

Bernd Hildebrandt

Das Nachwort von Walter Tappolet zu dieser aus dem Französischen übersetzte Erzählung endet in einer nachfühlbaren Bestürzung, als er im Briefwechsel mit Giono erfuhr, dass alles aus jener Zeit durch Silos für Atombomben, Schießplätze und Ölreservoirs wieder verschwunden war.

 

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