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Text For The Month / Monatsspruch

Texts for the months of October and November 2017
Monatssprüche für October und November 2017

 

Dezember 2017

Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Lukas 1,78-79

Ob wir nun in christlicher Frömmigkeit oder in säkularer Festtagsstimmung auf die Weihnachtszeit zugehen, sind unsere Erwartungen doch im großen und ganzen eindeutig. Hierzu gehört auch, wie wir uns eine Weihnachtskarte vorstellen. Letztes Jahr schien mir z.B. das Motiv der Heiligen drei Könige besonders populär zu sein. Wenn ich da den Monatsspruch, zwei Verse aus dem ‘Benedictus’, dem Lobgesang des Priesters Zacharias zum Thema nehme, ist mir bewusst, das ein Bild hierzu nicht ein allgemein erkennbares, vertrautes Motiv sein kann. Was Zacharias prophetisch, in Erkenntnis des Auftrags seines Sohnes Johannes zu sagen hat, ist Ausdruck der Hoffnung auf den Advent des Messias. Es ist ein Glaubensbekenntnis ganz im Einklang mit den Verheissungen der großen Propheten des Alten Bundes: Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht; und über die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell (Jesaja 9,2). Ja, es ist Ausdruck von allem, was von Gottes Liebe zur Welt in der Heiligen Schrift zu finden ist.

Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit (Joh. 1,14); dies konnte erst von Ostern her erkannt werden und Bedeutung bekommen. Für Zacharias war die Geburt Jesu “in welcher jene göttliche Heimsuchung irdische Wirklichkeit geworden ist” (Karl Barth), noch Zukunftserwartung.

Es war mir willkommen, von den mehr optisch realistischen Weihnachtsbildern abgesetzt, auf den Versuch einzugehen, den geistigen Sinn des Textes aus dem ‘Benedictus’ in seinen wesentlichen Aussagen in Gleichnissen und Symbolen auf kleinstem Raum darzustellen. Dazu wählte ich, in Andeutung, die Gestaltungsform eines Triptychons.

Im Mittelfeld liegt das aufgehende Licht aus der Höhe, durch die Krippe an die Erde gebunden. Es ist erJesajaweitert durch sieben Flammen, in heiliger Zahl die Gaben des Heiligen Geistes, zu denen es verschiedene

Aufzählungen in der Tradition der alten Kirche gibt. Ich zitiere hier die sechs Gaben aus Jesaja 11: Weisheit, Verstand, Rat, Stärke, Erkenntnis und die Furcht des Herrn, und übernehme hinzu aus den Episteln des Apostel Paulus die Liebe als die größte Gabe (1. Korinther 13). Zum Letzteren sagte Luther: “Wenn Jemand wollte Gott malen und treffen, der müßte ein solch Bild treffen, das eitel Liebe wäre”.

Die linke Seite repräsentiert die ‘Ursache’ der herzlichen Barmherzigkeit unseres Gottes, den Menschen in Finsternis und Schatten des Todes. Diese Ursache kann natürlich prinzipiell auf verschiedenste Weise gestaltet werden, von unseren eigenen Lebenserfahrungen her und im weitesten Sinne von der Finsternis, mit der uns täglich die Welt konfrontiert.

Und dies gilt gleichermaßen für die rechte Seite, die sich auf die ‘Wirkung’, die Ausstrahlung des Lichtes aus der Höhe bezieht, denn dies Licht bleibt ja nicht auf die Mitte eingegrenzt. Es ist seine Bestimmung, sich in schöpferischer Weise auszubreiten. Ich dachte dabei an den Liedvers EKG 27,6: “Heut schließt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis; der Cherub steht nicht mehr dafür. Gott sei Lob, Ehr und Preis”. Und da ich mit Blumen zur Gestaltung des Bildes arbeitete, lag es nahe, sie als Repräsentanten des Paradieses, in der christlichen Symbolik als solche anerkannt, hier als Kinder des Lichtes einzusetzen.

Alles wird dann zusammengehalten durch den Regenbogen, als ewiges Zeichen des Friedens Gottes mit den Menschen, denn diesen Frieden meint wohl Zacharias, im Sinne von ‘Shalom’, dem Heil. Damit ist gleichzeitig im Bild die göttliche Trinität dargestellt. In den Farben des Regenbogens haben wir wieder die Zahl sieben, die drei plus vier, Gott und die Welt vereint. Dies verkörpert der siebenarmige Leuchter, ein altes hebräisches Symbol. Und wenn wir einen Regenbogen sehen, verschwindet er nie im bedrohlichen Dunkel der Wolken; er steht immer ununterbrochen hell davor.

 

Jahreslosung für 2018

To the thirsty I will give water without cost from the spring of the water of life.
Revelation 21.6

It is rare, that I find myself unable to give due consideration to the context in which the watchword for 2018 has been written. But not for the first time and not for want of trying, has the Book of Revelation, in its symbolic overload, remained a closed book to me. It lies in its nature, that to this day it is the most misused and misinterpreted book in the Bible.

There are however the key words spring of the water of life. And water is throughout the Bible, in Jewish as in Christian tradition, pointing to the origin of creation. It appears as both creative and destructive. As water of life, this spring is here a symbol for God’s inexhaustible benevolence. May we, in the year before us, take this freely given gift not for granted, but in appreciation and thanksgiving.

 

Bernd Hildebrandt

 

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