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Text For The Month / Monatsspruch

August 2020

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin, wunderbar sind deine Werke, das erkennt meine Seele.
Psalm 139,14


Dieser Vers stammt aus einem Psalm, der in hoher Schönheit seiner dichterischen Form wie nach seinem reichen theologischen Inhalt eines der ausgezeichnetsten heiligen Lieder ist. Er besingt die Allwissenheit und Allgegenwart Gottes (nach C. H. Spurgeon). Als Gebet steht der Psalm im Gesangbuch (EG 754) und beginnt:

“Herr, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht schon wüßtest. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mich. Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen ...” Dies Unbegreifliche nimmt der Sänger im Monatsspruch dankbar an.

Dieser Dank wird im Gesangbuch wiederholt aufgegriffen: “Wenn ich o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege: so weiß ich von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater” (EG 506 - C. F. Gellert). “Du meine Seele, singe, wohlauf und singe schön ... ist’s billig, daß ich mehre sein Lob vor aller Welt (EG 302 - Paul Gerhardt).

All dies kann der Mensch hochmütig zurückweisen, oberflächlich und gleich-gültig gar nicht erst zur Kenntnis nehmen. “Er kann von Gott abfallen. Er kann ihm aber, wie es im Psalm erschütternd beschrieben wird, nicht entfliehen” (so Karl Barth).

Und wenn Luther in seiner Erklärung zum ersten Satz des Glaubensbekenntnisses schreibt: “Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt aller Kreaturen ... aus lauter väterlicher göttlicher Güte und Barmherzigkeit ... des alles ich ihm zu danken und zu loben, dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin”, dann hat er wohl gerade an den Vers 14 aus dem 139. Psalm gedacht. “Samt aller Kreaturen”, dieses heute in der säkularen Welt so brennend aktuelle Thema würde ich hier nun gerne aufgreifen. Da das aber in seinem Umfang gar nicht möglich ist, hier doch wenigstens ein kleiner Ausflug:

“Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausge-schmücket haben” (EG 503 - Paul Gerhardt, in 15 Strophen). Wenn es mich an einem Sommertag in den Garten drängt und ich bei meiner Tätigkeit unvermeidlich ein schönes Spinnengewebe zerstöre, weiß ich wohl, dass die Spinne dies Kunstwerk in gleicher Schönheit gleich wieder neu gestaltet. Trotzdem habe ich die Angewohn-heit, mich bei der Spinne zu entschuldigen. Ja, so ein seltsamer Kauz bin ich. Erwähnt ist dies hier als Beispiel dafür, dass nicht der Mensch allein, sondern alles, eben das Kleinste, oft mit dem Auge gar nicht wahr-nehmbare Wunder der Natur geschaffenes Werk des gleichen Schöpfers ist. Aber was wissen wir denn eigentlich davon, auch jetzt, im 21. Jahrhundert? Ich kann darauf hier nicht eingehen. Da muss Jörg Zinks Frage genügen: “ Wenn Gott nicht in allen Dingen ist, wo ist er dann?” In dieses Geheimnis werden wir, solange wir uns Gott mit unserem Verstand denken, nicht eindringen. Wir dürfen aber staunen, forschen und dem unsichtbaren Schöpfer danken.

Unsere, in scheinbar großen, kraftvollen Sprüngen der Weisheit und Erkenntnis in die Zukunft laufende Menschheit wird immer die Größe der Schöpfung Gottes vor Augen haben und nie auf sie als ‘überholt’ zurück-blicken können. Wenn sie es trotzdem versucht, betrügt sie sich selbst, ja endet dann in Selbstvernichtung. Ich glaube, hier Dietrich Bonhoeffer in seiner ‘Ethik’ richtig verstanden zu haben.

Den hier in Kalligraphie abgebildeten Spruch habe ich vor vielen Jahren aufgeschrieben. Mit der zart klingenden Harfe im Hintergrund mag er hier zur Meditation beitragen. Das selbe gilt für die Gedanken aus einem Brief des Dichters Rainer Maria Rilke: “Man muss Geduld haben mit dem Ungelösten im Herzen und versuchen, die Fragen selbst lieb zu haben, wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Es handelt sich darum, alles zu leben. Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich, ohne es zu merken, eines fremden Tages in die Antworten hinein”.

Nun habe ich zu diesem Monatsspruch viel zitiert. Aber das ist angebracht, wenn das Thema bereits so vielfach und eindrucksvoll aufgegriffen wurde und für viele noch zur vertrauten Kenntnis gehört. Es ist auch erfreulich, hilfreich und korrigierend, wenn man bei der Auslegung von Bibeltexten Gedanken von unmittelbar Nächsten erfährt. So schrieb mir hierzu ein mir lieber Mensch unter anderem: “Ich weiß, dass ich nicht nur für mich wunderbar gemacht bin, ich denke, ich bin zum Segen für so manchen gemacht, der mich braucht”. Das bringt nun den Dank vom Ich zum Du und weist bereits auf das, was im Wort für September zu bedenken ist:

 

September 2020

God was reconciling the world to himself in Christ.
2. Corinthians 5.19

This is the teaching of the whole New Testament in one sentence. Because there is no enmity of God against the wayward world, he does not need reconciliation with us, but we need it with him. This happens through God’s presence in Jesus Christ, and that stands out from his work as creator and Lord of the world. In the unique occurrence of the history of Jesus, God shows solidarity with the transgressions of mankind. It is the fulfilment of the covenant as a grace from God, a new beginning. It is the ‘yes’ with which God overcomes man’s ‘no’, the overturning of the chaos that has broken into his creation. From the multitude of questions and answers that should now follow, here just one: “What would happen if there was agreement among the two billion Christians, almost a third of all humanity? They would not be helpless onlookers, but could force the world into another, better place. Not seeing this Christian unity as a task is irresponsible”*

Bernd Hildebrandt

*Translated and rephrased from Heiner Geißler’s book “Was müsste Luther heute sagen”.

 

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