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Text For The Month / Monatsspruch

August 2018

Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. 1. Johannes 4,16

Der Sinn in den Monatssprüchen für August und September ist so überwältigend, dass er geradezu alles Reden über Gott und die Welt zum Schweigen bringt. Wenn ich nun in die 360 Texte zum Monatsspruch in unseren Programmen der letzten 30 Jahre schaue, dann ist da überall etwas von der Aussage des Johannes in seinem Rundbrief an die ersten Gemeinden dabei. Und was weise Menschen aller Christlicher Zeiten dazu sagten und in vielen dicken Büchern schrieben, sind nur Regentropfen, die sich im Ozean versenken.

Wenn sich die Väter unseres Vereins nach Josua 24,18 zum Motto wählten: Wir wollen dem Herrn dienen, denn er ist unser Gott, dann liegt das Gewicht auf dem ‘Wollen’ und dem ‘Dienen’, denn was ist die Liebe im Miteinander von Menschen in dieser Welt, heute wie morgen anderes als eine Tat des Willens. Und das ist nicht als eine exklusive Aufgabe oder Vorrecht der Christen zu verstehen. Das hat uns Jesus im Gleichnis vom barmherzigen Samariter ganz deutlich gemacht. Aber wenn wir uns, in gutem Willen, als Werkzeug für tätige Liebe auf die Bibel stützen, als die unbegreifliche Offenbarung der Liebe Gottes, dann ist das keine Sentimentalität, keine Gefühlsduselei. Jesus sagt nicht: “Seid umschlungen Millionen“. Liebe ist hier, unter Ausklammerung des ‘Ich’, eine nüchterne Hinwendung zum ‘Du’. Diese Liebe äußert sich im ‘Ja’ wie im ‘Nein’. Sie erschöpft sich nicht in dem, was Wilhelm Busch satirisch in der ‘Frommen Helene’ sagt: “Das Gute – dieser Satz steht fest – ist stets das Böse was man lässt“. Da kommt Erich Kästner der Sache schon näher: “Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“. Was die Liebe des Einzelnen dem Nächsten gibt, ist sicher nichts weltbewegendes, wird aber, so gering es auch sein mag, wohl doch von der unmittelbaren Umwelt registriert.

Alltägliches: Es klingelt, ich öffne die Tür. Vor mir stehen mir unbekannte, gut gekleidete Menschen, eine Frau und ein Mann. Ohne sich vorzustellen sagt mir der Mann, mit dem Finger auf einer kleinen Bibelseite: “Hier steht ‘Gott ist Liebe’, glauben sie das?“ “Ja, das glaube ich“. Die Frau nickt. Und nun folgt, was zu erwarten war. “Wenn Gott Liebe ist, wie kann er all das Böse, was heute in der Welt geschieht, zulassen?“ Die Frau nickt. “Weil wir keine Sklaven sind, sondern Gott uns einen freien Willen gegeben hat.“ Die Frau nickt. “Glauben sie an den Teufel?“ “Ja, an den glaube ich.“ Die Frau nickt. “Warum erlaubt Gott dem Teufel sein Tun?“ “Weil wir einen freien Willen haben und wissen, was gut und böse ist“. Die Frau nickt. Nun sehe ich es angebracht, diesen Dialog höflich zu beenden. Solche Menschen laufen von Tür zu Tür, wobei es egal ist, ob sie geöffnet werden oder nicht, um sich so einen Platz im Himmel zu verdienen. Als Helfer ihrer Mitmenschen scheiden sie aus. Nicken genügt nicht, da muss man bewusst die Sonntagskleider ausziehen und sich die Hände schmutzig machen.

Als ich als junger Bankangestellter in die Diakonie wechselte, als ‘Bruder im blauen Kittel’, da stand ich dann am Bett eines Zigeunerjungen, der blind und taubstumm, mit verkrüppelten Gliedern in einer mir unzugänglichen Welt lebte. Da vertrieb ich einem unter Wahnvorstellungen leidenden jungem Mann in der Nacht die nicht vorhandenen Ameisen aus dem Bett, und betete auf sein Drängen mit ihm das ‘Vater unser’. Da zeigte mir ein ins Heim gekommener kleiner Junge stolz seine große Apfelkernsammlung und sagte nebenbei, dass er viele Väter hat. Da hatte ich als Sonderschullehrer, ausgerüstet mit Liebe, Fantasie und Geduld, zwanzig schwer erziehbare Kinder zu unterrichten. Ein 9-jähriger Junge war da oft nicht zur Ruhe zu bringen, und dies übertrug sich dann auf alle anderen. Dieser Junge konnte aber mit Begeisterung malen und klebte mir aus kleinsten bunten Papierfetzen in äußerster Konzentration, ohne jegliche Vorlage ein Bild. Man nennt das heute Inselbegabung. Das Bild fiel mir jetzt zufällig aus einem Buch auf den Tisch. Ich gebe es hier zur Ansicht weiter. Bei diesen, meinen über Jahre täglich neuen Erfahrungen, war bei aller Not und Leid auch immer viel Freude dabei. Zweifel an der Liebe Gottes kamen da nicht auf. Damit beschäftigt sich, wer nicht helfen will. Die Tatsache, dass es an Helfern mangelt, ist so alt wie die Not selbst. Also nichts Neues.

 

September 2018

God has made everything beautiful in its time. He has also set eternity in the hearts of men; yet they cannot fathom what God has done from beginning to end. Ecclesiastes 3.11

Here we have a text that has the quality to stand alone. Its writer is just known as the Teacher. He reflects largely on the condition of human life. This includes the deeply embedded awareness of God, mankind’s belief in a superior presence in all cultures throughout history. As I wrote in the German text for August, the belief in a loving God, as well as here the sense of eternity, evoke endless answers. And this is my understanding, when Bonhoeffer states: “As to the boundaries, it seems to me better to be silent and leave the insoluble unsolved”.

When I was a little boy, my mother wrote and illustrated a story about “the golden sun” for me.

I offer it here in very condensed form as a parable for the September text:
“At the bottom of the garden, where through a gap in the fence one could go straight into the fields, little Hans sat evening after evening and said good night to the golden sun. He sat silent and happy on his stone until the sun’s last rays disappeared. He was wondering what the sun was doing behind the distant hills. Would she have a bed? Everybody slept at night. How beautiful would the sun’s bed be in the soft clouds?

And now Hans put on his walking boots and went into the fields to find out about the sun’s mysterious disappearance. He wanted to see this from nearby. On the long path he encountered many wonderful things, a little field mouse, a snail, a rabbit and many birds. When he came to a large wood, he rested in the cool air on a tree stump; he had still a long way to go. And with his bread and cheese from his rucksack all his friends from the fairy tales seemed to appear … Eventually he came to a huge lake and saw the sun over the water in the far distance. There was no bridge and nobody could reach her. The sun got smaller and smaller and then she fell into the water. Darkness covered fields and woods, and little Hans was very sad. Tears ran down his face over the fate of his dear sun…

Thus mother found the sleeping boy on his stone… She explained to him that the sun had no time to sleep.”

It does not matter how old we are, how clever and wise, how far we go in our life. There is no bridge to cross the boundaries of our understanding. We cannot fathom what God has done from beginning to end. But Christ has shown us, that it was done out of love for our salvation.


B. Hildebrandt

 

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